Ackerland pachten: Der ultimative Leitfaden zu Kosten, Vertrag und Alternativen 2026 | AgrarKapital Ratgeber
Ratgeber•4. Januar 2026

Ackerland pachten: Der ultimative Leitfaden zu Kosten, Vertrag und Alternativen 2026

Ackerland pachten: Der ultimative Leitfaden zu Kosten, Vertrag und Alternativen 2026
Ackerland pachten: Der ultimative Leitfaden zu Kosten, Vertrag und Alternativen 2026

Die Entscheidung, Ackerland pachten zu wollen, ist der erste Schritt - doch dann beginnt oft die eigentliche Herausforderung. Wo finde ich freie Flächen? Sind die geforderten Pachtpreise von mehreren hundert Euro pro Hektar fair? Und was bedeuten die Klauseln im Pachtvertrag wirklich? Diese Unsicherheiten können die Zukunftsplanung für jeden landwirtschaftlichen Betrieb lähmen. Die Sorge vor einem unfairen Geschäft oder einer plötzlichen Kündigung ist für viele Landwirte allgegenwärtig.

Doch damit ist jetzt Schluss. In unserem umfassenden Leitfaden für 2025 nehmen wir Sie an die Hand und geben Ihnen die Sicherheit, die Sie brauchen. Wir begleiten Sie Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess: von der strategischen Flächensuche über die realistische Kalkulation der Pachtkosten bis hin zum rechtssicheren Vertragsabschluss. Sie lernen, das Kleingedruckte zu verstehen und kostspielige Fallstricke zu vermeiden.

Zudem beleuchten wir die entscheidende Frage, wann die Pacht die beste Wahl ist und wann der Kauf die strategisch klügere Alternative darstellt. Rüsten Sie sich mit dem Wissen aus, um einen fairen Vertrag abzuschließen, Ihre Kosten genau zu planen und die Weichen für eine profitable und sichere Zukunft Ihres Betriebs zu stellen.

Grundlagen: Was bedeutet Ackerland pachten und für wen lohnt es sich?

Wer in die Landwirtschaft einsteigen oder seinen Betrieb erweitern möchte, steht oft vor einer zentralen Frage: kaufen oder pachten? Das Pachten von Ackerland ist eine weit verbreitete und oft strategisch kluge Alternative zum kostenintensiven Erwerb von Grund und Boden. Im Kern bedeutet Ackerland pachten, dass ein Landwirt (der Pächter) das Recht erhält, eine landwirtschaftliche Fläche von einem Eigentümer (dem Verpächter) zu bewirtschaften und die Erträge, die sogenannten „Früchte“, für sich zu behalten. Im Gegenzug zahlt der Pächter einen vereinbarten Pachtzins.

Um dieses Konzept besser zu verstehen, liefert das folgende Video einen guten Überblick:

Pacht, Miete, Leihe: Die rechtlichen Unterschiede einfach erklärt

Obwohl die Begriffe oft verwechselt werden, gibt es klare juristische Unterschiede. Bei der Miete wird eine Sache nur zum Gebrauch überlassen, wie beispielsweise eine Lagerhalle. Die Pacht hingegen schließt neben dem Gebrauch auch die „Fruchtziehung“ ein - also das Recht, die Erträge (z.B. die Ernte) zu erwirtschaften und zu behalten. Der entscheidende Unterschied, der auch im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) verankert ist, liegt in dieser Fruchtziehung - ein zentraler Aspekt, der unter der Frage Was ist Landpacht rechtlich definiert wird. Die Leihe ist eine unentgeltliche Überlassung und spielt in der professionellen Landwirtschaft kaum eine Rolle. Eine klare vertragliche Regelung ist entscheidend, um die Rechte und Pflichten beider Seiten eindeutig festzuhalten.

Für wen ist die Pacht die richtige Wahl?

Die Pacht von Ackerland ist für verschiedene Akteure in der Landwirtschaft eine attraktive Option. Sie bietet Flexibilität und schont das Kapital, was sie zu einem wichtigen Instrument für die Betriebsentwicklung macht. Besonders profitieren:

  • Existenzgründer und Junglandwirte: Der Start in die Selbstständigkeit erfordert oft hohe Investitionen. Pachten senkt den anfänglichen Kapitalbedarf erheblich, da der teure Kauf von Flächen entfällt.
  • Expandierende Betriebe: Landwirte können durch Pacht flexibel auf Marktveränderungen reagieren, ihre Anbaufläche vergrößern und die Produktion steigern, ohne sich langfristig durch einen Kauf zu binden.
  • Anbauer von Spezialkulturen: Wer neue oder wechselnde Kulturen testen möchte, kann dies auf Pachtflächen tun, ohne das Risiko eines Fehlkaufs bei ungeeigneten Böden einzugehen.
  • Risikobewusste Landwirte: Die Pacht stellt ein geringeres finanzielles Risiko dar. Das Kapital bleibt frei für Investitionen in Maschinen, Saatgut oder andere Betriebsmittel.

Für viele ist das Pachten von Ackerland daher nicht nur eine Alternative, sondern der strategisch erste Schritt, um einen Betrieb aufzubauen oder zu stabilisieren, bevor später der Kauf von Flächen in Betracht gezogen wird.

Die zentrale Entscheidung: Ackerland pachten oder kaufen?

Für Landwirte und Agrarinvestoren ist die Entscheidung zwischen Pacht und Kauf von Ackerland eine der weitreichendsten strategischen Weichenstellungen. Sie berührt Kernbereiche wie Liquidität, Investitionsziele und die langfristige Generationenplanung. Es ist ein direktes Abwägen zwischen kurzfristiger Flexibilität und dem Aufbau von langfristiger Sicherheit und Vermögen. Die richtige Wahl hängt maßgeblich von der individuellen Situation des Betriebs ab.

Tabelle 1: Gegenüberstellung der wichtigsten Kriterien bei Pacht und Kauf von Ackerland.
Merkmal Ackerland pachten Ackerland kaufen
Kapitalbedarf Gering (nur Pachtzins) Sehr hoch (Kaufpreis, Nebenkosten)
Flexibilität Hoch (Anpassung der Fläche möglich) Gering (langfristige Bindung)
Vermögensaufbau Nein (Pacht ist reiner Aufwand) Ja (Boden als Sachwert)
Planungssicherheit Mittel bis gering (befristete Verträge) Sehr hoch (Eigentum)
Unternehmerische Freiheit Eingeschränkt (Vorgaben des Verpächters) Vollständig

Vorteile der Pacht: Flexibilität und geringer Kapitaleinsatz

Der entscheidende Vorteil, wenn Sie Ackerland pachten, liegt im geringen Kapitaleinsatz. Statt hoher Kaufsummen, die schnell sechs- oder siebenstellige Beträge in Euro erreichen können, wird lediglich der jährliche Pachtzins fällig. Dies schont die Liquidität und ermöglicht Investitionen in moderne Maschinen oder Betriebsmittel. Zudem bietet die Pacht eine hohe Flexibilität: Betriebsgrößen können einfacher an die Marktlage angepasst und neue Standorte ohne das Risiko einer riesigen Fehlinvestition getestet werden.

Nachteile der Pacht: Abhängigkeit und kein Vermögensaufbau

Die Kehrseite der Flexibilität ist die fehlende Sicherheit und der ausbleibende Vermögensaufbau. Pachtzahlungen sind reine Betriebsausgaben und schaffen kein Eigentum, das als Kreditsicherheit dienen könnte. Die Unsicherheit durch befristete Verträge und das Kündigungsrisiko, trotz klarer gesetzlicher Regelungen im BGB, stellt für viele Betriebe eine Herausforderung dar. Steigende Pachtpreise können zudem die langfristige Kalkulation gefährden und die Bereitschaft, in nachhaltige Bodenverbesserungsmaßnahmen zu investieren, sinkt bei kurzer Vertragslaufzeit erheblich.

Wann der Kauf die überlegene Strategie ist

Der Kauf von Ackerland ist dann die überlegene Strategie, wenn langfristige Planungssicherheit und Vermögensaufbau im Vordergrund stehen. Eigentum bietet nicht nur einen robusten Schutz vor Inflation, sondern auch die volle unternehmerische Freiheit bei der Bewirtschaftung und Fruchtfolge. Gekaufte Flächen dienen als wertvolle Sicherheit für Bankkredite, die weitere Expansionen oder Modernisierungen finanzieren können. Insbesondere für Betriebe mit einer gesicherten Nachfolge ist der Kauf oft der Grundstein für den generationenübergreifenden Erfolg. Prüfen Sie aktuelle Kaufangebote in Ihrer Region.

Der Pachtprozess Schritt für Schritt: So finden Sie die richtige Fläche

Wer erfolgreich Ackerland pachten möchte, benötigt mehr als nur Glück. Ein strukturierter Ansatz ist entscheidend, um eine Fläche zu finden, die nicht nur verfügbar, sondern auch für Ihre landwirtschaftlichen Ziele geeignet ist. Der Prozess von der ersten Suche bis zur finalen Vertragsunterzeichnung lässt sich in drei klare Phasen unterteilen. Dabei ist eine Kombination aus digitalen Werkzeugen und traditionellem Netzwerken oft der Schlüssel zum Erfolg, da viele Pachtangebote über persönliche Kontakte und nicht über öffentliche Portale vergeben werden.

1. Flächensuche und Kontaktaufnahme

Die Suche nach dem passenden Ackerland beginnt mit einer breiten Recherche. Verlassen Sie sich nicht nur auf eine einzige Quelle, sondern nutzen Sie verschiedene Kanäle, um Ihre Chancen zu maximieren. Eine gute lokale Vernetzung ist dabei oft wertvoller als jedes Online-Portal.

  • Digitale Wege: Online-Portale wie eBay Kleinanzeigen, agrarheute.com oder spezialisierte Bereiche bei Immobilienscout24 können ein erster Anlaufpunkt sein. Hier finden sich oft Angebote von überregionalen Verpächtern.
  • Lokale Quellen: Besuchen Sie das zuständige Landwirtschaftsamt oder den regionalen Bauernverband. Oft gibt es dort ein "Schwarzes Brett" oder interne Listen mit Pachtgesuchen und -angeboten.
  • Netzwerken: Das Gespräch mit Nachbarn, Berufskollegen und lokalen Landhändlern ist unersetzlich. Häufig erfahren Sie so von Flächen, die demnächst frei werden, bevor sie offiziell ausgeschrieben werden.
  • Direkte Ansprache: Identifizieren Sie potenzielle Verpächter in Ihrer Wunschregion und sprechen Sie diese direkt an - auch wenn aktuell keine Fläche ausgeschrieben ist. Ein höfliches Anschreiben kann Interesse wecken.

2. Prüfung der Fläche und der Rahmenbedingungen

Haben Sie eine interessante Fläche gefunden, beginnt die entscheidende Phase der Due Diligence. Eine sorgfältige Prüfung schützt Sie vor unliebsamen Überraschungen und stellt sicher, dass der Boden zu Ihren Anbauplänen passt. Klären Sie folgende Punkte, bevor Sie in die Verhandlung einsteigen:

  • Bodenqualität: Fragen Sie nach der Bodenzahl (Bodenpunkte) und fordern Sie, falls vorhanden, aktuelle Bodenuntersuchungen an. Bei größeren Investitionen kann eine eigene Bodenprobe sinnvoll sein.
  • Lage und Zuschnitt: Prüfen Sie die Erreichbarkeit der Fläche, die Qualität der Zufahrtswege und ob Größe und Form des Ackers einen effizienten Maschineneinsatz ermöglichen.
  • Wasser und Infrastruktur: Klären Sie die Wasserrechte und erkundigen Sie sich nach vorhandenen Bewässerungsmöglichkeiten wie Brunnen oder Anschlüssen.
  • Vornutzung: Informieren Sie sich über die bisherige Nutzung und die Fruchtfolge der letzten Jahre. Dies gibt Aufschluss über den Nährstoffzustand und möglichen Krankheits- oder Unkrautdruck.

3. Verhandlung und Einigung

Die Verhandlung ist der letzte Schritt auf dem Weg zum Pachtvertrag. Seien Sie gut vorbereitet und argumentieren Sie sachlich. Der Pachtpreis orientiert sich stark an der Bodenqualität und der regionalen Nachfrage. Eine fundierte Berechnung des Pachtpreises für Ackerland, wie sie beispielsweise die Landwirtschaftskammer Niedersachsen bereitstellt, kann hier eine wertvolle Argumentationshilfe sein. Besprechen Sie neben dem Preis auch die Pachtdauer, Optionen zur Verlängerung und eventuelle Sonderrechte wie das Jagdrecht. Der wichtigste Grundsatz lautet: Halten Sie alle mündlichen Zusagen und Vereinbarungen unbedingt schriftlich im Pachtvertrag fest.

Kosten im Detail: Wie wird der Pachtpreis für Ackerland berechnet?

Wenn Sie Ackerland pachten möchten, ist der Pachtzins der mit Abstand größte Kostenfaktor. Dieser Preis ist jedoch keine feste Größe, sondern das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels verschiedener Faktoren. Die Pachtpreise variieren in Deutschland erheblich - je nach Region, Bodenqualität und potenzieller Nutzung. Ein tiefes Verständnis der Berechnungsgrundlagen ist daher entscheidend, um einen fairen Pachtvertrag auszuhandeln und versteckte Kosten zu vermeiden.

Faktoren, die den Pachtpreis beeinflussen

Der Preis, den Sie für einen Hektar Ackerland zahlen, hängt von mehreren Schlüsselkriterien ab. Diese zu kennen, gibt Ihnen eine solide Verhandlungsbasis:

  • Bodenpunkte (Ackerzahl): Dies ist das wichtigste Kriterium. Die Ackerzahl (Skala von 1 bis 100) bewertet die natürliche Ertragsfähigkeit des Bodens. Eine höhere Punktzahl bedeutet einen fruchtbareren Boden und rechtfertigt einen höheren Pachtpreis.
  • Regionale Nachfrage: In Regionen mit hoher Konkurrenz unter Landwirten oder durch Investoren steigen die Preise. Besonders in sogenannten Veredelungsregionen oder in Bundesländern wie Bayern ist die Nachfrage oft größer als das Angebot.
  • Feldgröße und -form: Große, zusammenhängende und rechteckige Flächen sind effizienter zu bewirtschaften. Sie erzielen daher oft höhere Pachtpreise pro Hektar als kleine, ungünstig geschnittene Parzellen.
  • Mögliche Förderungen: Flächen, die für spezielle Förderprogramme qualifiziert sind (z. B. für Ökolandbau oder Agrarumweltmaßnahmen), können ebenfalls einen höheren Pachtzins aufweisen, da der Pächter zusätzliche Einnahmen generieren kann.

Regionale Pachtpreise in Deutschland (mit Fokus auf Bayern)

Die Pachtpreise sind deutschlandweit sehr unterschiedlich. Laut Statistischem Bundesamt lag der durchschnittliche Pachtpreis für Ackerland im Jahr 2023 bei rund 415 € pro Hektar. Dies ist jedoch nur ein Mittelwert. In viehstarken Regionen in Niedersachsen oder Nordrhein-Westfalen können die Preise deutlich darüber liegen.

Besonders in Bayern ist die Preisspanne enorm. Während in Teilen Oberbayerns aufgrund des hohen Nachfragedrucks Pachtpreise von über 600 € pro Hektar keine Seltenheit sind, liegen die Kosten in fränkischen Regionen oft näher am Bundesdurchschnitt. Offizielle Statistiken zu Pachtpreisen finden Sie bei den Statistischen Landesämtern oder dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Zusätzliche Kosten neben dem Pachtzins

Neben der reinen Pacht fallen oft weitere Kosten an, die im Pachtvertrag klar geregelt sein sollten. Vergessen Sie nicht, diese Posten in Ihre Kalkulation aufzunehmen, wenn Sie Ackerland pachten:

  • Grundsteuer: In der Regel wird die Grundsteuer vom Verpächter (Eigentümer) gezahlt, ist aber in seine Pachtpreiskalkulation eingeflossen. Die genaue Regelung sollte im Vertrag stehen.
  • Beiträge für Wasser- und Bodenverbände: Diese Beiträge für die Instandhaltung von Gewässern und Entwässerungsanlagen werden häufig auf den Pächter umgelegt.
  • Pflege von Wegen und Gräben: Der Pachtvertrag kann vorsehen, dass der Pächter für die Pflege angrenzender Wege oder Gräben verantwortlich ist.
  • Beratungs- oder Maklerkosten: Wenn Sie einen Berater oder Makler für die Suche und Vertragsverhandlung in Anspruch nehmen, fallen hierfür separate Gebühren an.

Der Landpachtvertrag: Worauf Sie rechtlich achten müssen

Wenn Sie Ackerland pachten, ist der Pachtvertrag das rechtliche Fundament Ihrer gesamten Unternehmung. Er regelt die Rechte und Pflichten von Pächter und Verpächter und sorgt für Klarheit und Sicherheit über die gesamte Laufzeit. Die gesetzliche Grundlage bildet in Deutschland das Landpachtverkehrsgesetz (LPachtVG) in Verbindung mit den pachtrechtlichen Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Wichtig: Für Pachtverträge mit einer Laufzeit von mehr als zwei Jahren ist die Schriftform gesetzlich vorgeschrieben, um Missverständnisse zu vermeiden und eine solide Beweisgrundlage zu schaffen.

Wichtige Bestandteile eines Pachtvertrags

Ein sorgfältig ausgearbeiteter Vertrag sollte mindestens die folgenden Punkte unmissverständlich klären, um spätere Konflikte zu vermeiden:

  • Vertragsparteien und Pachtsache: Eindeutige Benennung von Pächter und Verpächter sowie die exakte Bezeichnung des Grundstücks mit Gemarkung, Flur und Flurstücksnummer.
  • Pachtdauer: Ein befristeter Vertrag bietet hohe Planungssicherheit für beide Seiten. Unbefristete Verträge bieten mehr Flexibilität, unterliegen aber den gesetzlichen Kündigungsfristen.
  • Pachtzins: Die Höhe des Pachtzinses, dessen Fälligkeit (z. B. jährlich im Voraus) und eventuelle Wertsicherungsklauseln zur Anpassung an die Inflation müssen klar definiert sein.
  • Nutzung und Bewirtschaftung: Der Vertrag sollte die Grundsätze der ordnungsgemäßen Bewirtschaftung festlegen, um die Bodenqualität und den Wert des Landes zu erhalten.

Kündigungsfristen und Vertragsende

Bei unbefristeten Verträgen gilt eine gesetzliche Kündigungsfrist von zwei Jahren zum Ende des Pachtjahres. Hiervon abweichende Regelungen müssen vertraglich vereinbart werden. Zudem gibt es Gründe für eine außerordentliche, fristlose Kündigung, wie zum Beispiel ein erheblicher Zahlungsverzug des Pächters. Essentiell sind auch klare Vereinbarungen zur Rückgabe der Pachtsache: In welchem Zustand muss das Land am Vertragsende übergeben werden? Ein im Vertrag verankertes Vorkaufs- oder Vorpachtrecht kann für den Pächter zudem eine wertvolle Option für die Zukunft sein.

Häufige Fehler und Fallstricke im Vertrag

In der Praxis führen oft unklare Formulierungen zu Problemen. Zu den häufigsten Fehlern zählen eine ungenaue Beschreibung des Pachtgegenstandes, fehlende Regelungen zu vom Pächter getätigten Investitionen (z. B. für Drainage oder Gebäude) und unklare Klauseln zur Instandhaltungspflicht. Solche Versäumnisse können erhebliche finanzielle Folgen haben.

Ein juristisch einwandfreier Vertrag ist daher keine Formalität, sondern eine entscheidende Absicherung für Ihr Vorhaben. Er schützt beide Parteien und schafft eine verlässliche Basis für eine langfristig erfolgreiche Pachtbeziehung. Lassen Sie sich von Experten beraten, bevor Sie investieren.

Ackerland pachten oder kaufen: Treffen Sie Ihre strategische Entscheidung

Wie dieser Leitfaden gezeigt hat, ist das Ackerland pachten ein gangbarer Weg, um in die Landwirtschaft einzusteigen oder den eigenen Betrieb zu erweitern. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in einer sorgfältigen Standortanalyse, einer genauen Kostenkalkulation und vor allem in einem rechtssicheren Landpachtvertrag, der Ihre Interessen schützt. Die Entscheidung zwischen Pacht und Kauf ist dabei jedoch die weitreichendste und fundamentalste für Ihre Zukunft.

Während die Pacht Flexibilität bietet, schafft nur der Kauf von Ackerland wahre Unabhängigkeit, Wertstabilität und die Möglichkeit, nachhaltiges Vermögen für Generationen aufzubauen. Wenn Sie bereit sind, den nächsten Schritt zu gehen und in Ihre Zukunft zu investieren, sind wir Ihr verlässlicher Partner. Als Spezialist für Agrarflächen in Bayern stehen wir Ihnen mit einer kostenlosen und unverbindlichen Wertermittlung sowie einer diskreten und professionellen Abwicklung zur Seite.

Entdecken Sie jetzt Ackerland zum Kauf und bauen Sie nachhaltiges Vermögen auf! Der richtige Boden ist die Grundlage für Ihren Erfolg. Wir helfen Ihnen, ihn zu finden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Thema Ackerland pachten

Wie lange sollte ein Pachtvertrag für Ackerland laufen?

Die Laufzeit eines Pachtvertrags ist verhandelbar. Kurzfristige Verträge (z. B. 2-5 Jahre) bieten Flexibilität. Langfristige Verträge (oft 9, 12 oder mehr Jahre) geben beiden Seiten Planungssicherheit, besonders wenn der Pächter in die Bodenqualität investieren möchte. In Deutschland ist für Verträge mit einer Laufzeit von mehr als zwei Jahren die Schriftform gesetzlich vorgeschrieben, um Klarheit zu schaffen und spätere Streitigkeiten zu vermeiden.

Wer zahlt die Grundsteuer für gepachtetes Ackerland?

Grundsätzlich ist der Eigentümer (Verpächter) der Steuerschuldner und somit zur Zahlung der Grundsteuer an die Gemeinde verpflichtet. In der Praxis wird diese Last jedoch fast immer im Pachtvertrag auf den Pächter umgelegt. Es ist üblich, dass der Pächter die Grundsteuer an den Verpächter erstattet. Diese Vereinbarung muss klar und eindeutig im Landpachtvertrag festgehalten sein, um rechtlich wirksam zu sein.

Kann der Verpächter den Pachtpreis während der Vertragslaufzeit erhöhen?

Eine einseitige Erhöhung des Pachtpreises durch den Verpächter ist während der Vertragslaufzeit nicht ohne Weiteres möglich. Eine Anpassung kann nur erfolgen, wenn dies vertraglich vereinbart wurde, beispielsweise durch eine Wertsicherungsklausel (Indexklausel), die den Pachtzins an einen offiziellen Index koppelt. Ohne eine solche Klausel gilt der vereinbarte Pachtpreis für die gesamte Dauer des Vertrages als fest.

Was passiert mit meinem Pachtvertrag, wenn das Land verkauft wird?

Hier gilt der Grundsatz „Kauf bricht nicht Pacht“. Wird das Ackerland verkauft, tritt der neue Eigentümer in den bestehenden Pachtvertrag mit allen Rechten und Pflichten ein. Ihr Vertrag läuft also zu den gleichen Konditionen weiter, bis er regulär endet. Ihre Rechte als Pächter bleiben vollständig erhalten. Eine Kündigung durch den neuen Eigentümer ist nur unter den im Vertrag oder gesetzlich festgelegten Bedingungen möglich.

Benötige ich eine Genehmigung für einen Landpachtvertrag?

Ein Landpachtvertrag muss in Deutschland nach dem Landpachtverkehrsgesetz (LPachtVG) in der Regel der zuständigen Landwirtschaftsbehörde angezeigt werden. Es handelt sich meist um eine Anzeigepflicht, nicht um eine Genehmigungspflicht. Die Behörde kann dem Vertrag widersprechen, etwa bei einem groben Missverhältnis zwischen Pachtpreis und Ertragswert. Die Anzeigepflicht liegt üblicherweise beim Verpächter, wenn Sie Ackerland pachten möchten.

Welche Versicherungen sind für einen Pächter von Ackerland sinnvoll?

Unverzichtbar für jeden Pächter ist eine Betriebshaftpflichtversicherung. Diese deckt Schäden ab, die Dritten durch Ihre landwirtschaftliche Tätigkeit entstehen. Ebenfalls sehr sinnvoll ist eine Ernteausfall- oder Mehrgefahrenversicherung, die Sie gegen finanzielle Verluste durch Wetterextreme wie Hagel, Sturm oder Dürre absichert. Je nach Maschinenpark kann auch eine Maschinenbruchversicherung zur Absicherung teurer Technik von großer Bedeutung sein.

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